Pallottinerpater Richard Henkes

Ein Fest für einen neuen Seligen
Pallottiner und Bistum laden zur Seligsprechung von Pater Richard Henkes SAC ein

Die Vorbereitungen für die erste Seligsprechung im Bistum Limburg laufen auf Hochtouren. Am kommenden Sonntag, 15. September, wird der Pallottinerpater Richard Henkes aus Ruppach-Goldhausen in Limburg selig gesprochen. Die Seligsprechung mit Kurt Kardinal Koch, dem Vertreter des Papstes, beginnt um 14 Uhr im Hohen Dom zu Limburg. Die Liturgie wird live auf die Domplatte und in die Stadtkirche übertragen. Insgesamt werden mehr als 1.200 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Zudem wird es einen Livestream auf www.bistumlimburg.de geben.

Gäste aus dem In- und Ausland

Viele wollen das besondere Ereignis für die Pallottiner und die Diözese mitfeiern. So haben Politiker wie die beiden Kultusminister aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie Bischöfe aus dem In- und Ausland ihr Kommen zugesagt. Kardinal Koch wird die Liturgie gemeinsam mit Bischof Dr. Georg Bätzing und dem Generalrektor der Pallottiner aus Rom, Pater Jacob Nampudakam, feiern. Auch zahlreiche Pallottiner, Vertreter anderer Ordensgemeinschaften, der Ökumene, der Ackermann-Gemeinde, des Vereins „Selige von Dachau“ werden unter den Gästen sein. Große Gruppen werden aus Polen, aus Tschechien und aus der Heimat von Henkes, Ruppach-Goldhausen, erwartet. Auch eine Pilgergruppe, die auf einer Fußwallfahrt auf den Spuren von Katharina Kasper und Richard Henkes im Bistum unterwegs ist, wird die Seligsprechung in Limburg miterleben.

Eifrig geprobt wird zurzeit beim Limburger Domchor und bei den Instrumentalisten, die die festliche Liturgie musikalisch gestalten werden. Unter der Leitung von Domchordirektorin Judith Kunz werden unter anderem Werke aus der Missa de Angelis und der Messe héroique de Jeanne d’ Arc von Henri Nibelle zu hören sein. Die Orgel spielt Domorganist Carsten Igelbrink.

Richard-Henkes-Fest im Bischofsgarten

Nach der Liturgie laden Pallottiner und das Bistum alle zum Richard-Henkes-Fest in den Bischofsgarten am Roßmarkt ein. Ein barrierefreier Zugang ist über die Frankfurter Straße gegeben. Im Bischofsgarten können sich die Gäste stärken, miteinander ins Gespräch kommen und mehr über den neuen Seligen erfahren. Auch der Abschluss des Tages, das feierliche Abendlob um 19 Uhr in der Pallottinerkirche St. Marien, wird ein Höhepunkt des Tages sein. Anschließend wird zum Beisammensein im Richard-Henkes-Saal (Unterkirche) eingeladen.

Für die Sicherheit der Teilnehmer an der Seligsprechung auf dem Domberg und im Bischofsgarten sorgen die ehrenamtlichen Helfer des Malteser Sanitätsdienstes. Sie werden mit vier Teams mit jeweils zwei Helfern, einem Rettungswagen sowie zwei Erstversorgungstrupps vor Ort sein und eine mobile Sanitätsdienststelle betreiben.

Mit Blick auf den Aufbau ist der Limburger Dom ab Mittwoch, 11. September, bis Samstag, 14. September, geschlossen. Die Gottesdienste finden in dieser Zeit in der Stadtkirche statt. Am Tag der Seligsprechung wird der Dom ab 12.30 Uhr geöffnet sein.

Gäste, die mit dem Auto nach Limburg kommen, werden gebeten, die öffentlichen Parkplätze und Parkhäuser in der Stadt zu nutzen. Kostenlose Parkflächen stehen zudem „Am Marktplatz“ in der Ste.-Foy-Straße zur Verfügung.

Für alle organisatorischen Fragen rund um die Seligsprechung hat das Bistum eine Telefonhotline unter 06431/295889 geschaltet. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.richard-henkes.bistumlimburg.de.

Hintergrund

„Die Seligsprechung von Pater Henkes soll ein Fest für die Pallottiner, für das Bistum, für die Heimat des neuen Seligen, Ruppach-Goldhausen im Westerwald, und für die tschechischen Gäste werden“, sagt Bischof Dr. Georg Bätzing. Für ihn ist Henkes, der wegen regimekritischer Predigten in seiner damaligen Pfarrei, die heute in Tschechien liegt, verhaftet wurde und sich freiwillig im Block 17 im Konzentrationslager Dachau einschließen ließ, um sich um typhuskranke Menschen zu kümmern, ein Märtyrer der Menschlichkeit. Er habe sich der Bevormundung des Denkens und Glaubens in der Zeit des Nationalsozialismus mutig entgegengestellt. Und er habe sein Leben für andere Menschen geopfert, nationale Barrieren und Vorurteile überwunden und Verständigung geschaffen. Auch Pater Helmut Scharler SAC, Provinzial der Pallottiner, freut sich auf die Feierlichkeiten in Limburg und hofft, dass die Seligsprechung hilft, vielen Menschen das Leben, das Wirken und die Werte von Richard Henkes bekannt zu machen. „Richard Henkes war ein charismatischer Priester, dessen Persönlichkeit im Laufe seines Dienstes gereift ist und schließlich zur Selbstlosigkeit führte. Sein Eintreten für die Würde jedes Menschen ist gerade für die heutige Zeit ein wichtiges Zeugnis“, so Scharler.

Herausgegeben vom Bistum Limburg | Stephan Schnelle

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Nachrichten

Pater Richard Henkes wurde seliggesprochen
Gedenktag ist am 21. Februar

Richard Henkes kann jetzt als Seliger angerufen und als Märtyrer verehrt werden: Kurt Kardinal Koch hat den Pallottinerpater aus Ruppach-Goldhausen am Sonntag, 15. September, im Hohen Dom zu Limburg für sein Lebenszeugnis seliggesprochen.

Der Kurienkardinal aus Rom verlas als Delegat des Papstes das entsprechende Schreiben von Franziskus, in dem Henkes als „heroischer Zeuge der christlichen Liebe“ und als „unerschrockener Verkünder des Evangeliums“ gewürdigt wird. Pater Henkes hatte unter dem Terrorregime der Nationalsozialisten im Konzentrationslager Dachau freiwillig sein Leben im Dienst an typhuskranken Mitgefangenen hingegeben. Er war wegen seiner Regimekritik inhaftiert worden. Sein Gedenktag ist auf den 21. Februar festgelegt worden.

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Dorffrühstück und Autorenlesung in Ruppach-Goldhausen

Das alljährliche Dorffrühstück der Generationengemeinschaft in Ruppach-Goldhausen stand dieses Mal ganz im Zeichen der Seligsprechung von Pater Richard Henkes. Eine Umfrage zum Thema dokumentierte noch einmal das breite Interesse an der bevorstehenden Feierlichkeit.

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Brückenbauer zwischen Deutschen und Tschechen

Am 15. September wird Pater Richard Henkes in Limburg seliggesprochen. Der Pallottinerpater aus Ruppach-Goldhausen war nicht nur ein mutiger Kritiker, der klar Stellung gegen die Nazis bezog, sondern auch Friedensstifter und Vermittler zwischen Tschechen und Deutschen. Eine Partnerschaft zwischen Ruppach-Goldhausen und dem tschechischen Strahovice erinnert daran.

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74. Todestag von P. Richard Henkes im Zeichen seiner Seligsprechung

Am 22. Februar 1945 starb der Westerwälder Pallottinerpater Richard Henkes im KZ Dachau. 74 Jahre nach seinem Tod soll der Westerwälder Priester noch in diesem Jahr selig gesprochen werden. Mit seinem freiwilligen Dienst als Pfleger typhuskranker Mithäftlinge riskierte er sein Leben. Die hochansteckende Infektionskrankheit übertrug sich auch auf ihn. Sein Tod trat nach nur wenigen Tagen ein.

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Keine Supermenschen, aber Vorbilder

Die im vergangenen Jahr erfolgte Heiligsprechung von Katharina Kasper, der Dernbacher Ordensgründerin, sowie die 2019 bevorstehende Seligsprechung des aus Ruppach-Goldhausen stammenden und im KZ Dachau umgekommenen Pallottiner-Paters Richard Henkes waren der Anlass, diese beiden Personen der Geschichte aus dem Bistum Limburg in den Blick zu nehmen. Provinzoberin der Dernbacher Schwestern, Sr. M. Theresia Winkelhöfer ADJC, stellte Katharina Kasper als eine entschiedene, willensstarke Frau aus armen Verhältnissen dar; deshalb schulisch nicht sehr gebildet, jedoch mit einer „bewundernswerten Gabe der Unterscheidung der Geister“, wie ihr der damalige Limburger Bischof Blum bescheinigte. Ganz bewusst wählte sie den Namen „Arme Dienstmägde Jesu Christi“ für ihre Schwestern, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, den Armen zu dienen und so das Evangelium zu verkündigen.

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Ruppach-Goldhausen bereitet sich auf Seligsprechung vor

Pater Richard liebte seine Heimat, den Westerwald. Briefe und Zeugenaussagen belegen, wie sehr er sich in manchen Lebensmomenten nach seiner Familie und seiner Heimatgemeinde Ruppach-Goldhausen sehnte. Der Ort und seine Menschen blieben immer in seinem Herzen verankert. Und auch er hat Spuren in den Herzen der Ruppach-Goldhausener hinterlassen.

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Die Würde des „Sich-Verschenkens“. Identität und Hingabe als Lebensgestalt bei P. Richard Henkes SAC

Referent: Prof. P. Dr. Edward Fröhling SAC

Donnerstag, 16.05.2019, 19.00 Uhr

PTHV, Pallottistr. 3, Vallendar

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ringvorlesung 2018/ 2019 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule, Pallottistraße 3 in Vallendar statt

Weitere Informationen unter www.pthv.de


Neuauflage von Henkes-Biografie – Neue wichtige Zeugenaussagen

Der Pallotti Verlag in Friedberg hat kürzlich mitgeteilt, dass die dritte Auflage der von P. Manfred Probst verfassten Biografie "Glaubenszeuge im KZ Dachau" erschienen ist. Die Erweiterungen kommen von zwei Zeuginnen aus dem Bereich des Hultschiner Ländchens. Die eine bezeugt das Bemühen Henkes' um Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen und dass P. Henkes ein eifriger Fahrradfahrer war. Die Zweite berichtet, dass P. Henkes bei ihrem Vater Unterricht in tschechischer Sprache genommen hat und er auch in eine Gruppe eingebunden war, die versucht hat, Nazi-Verfolgte zu unterstützen. Die Biografie ist in der Pallottiner Buchhandlung in Limburg oder im Pallotti Verlag Friedberg erhältlich.

Pallottiner Buchhandlung: Wiesbadener Straße 1 | 65549 Limburg

Pallotti Verlag Friedberg: Vinzent-Pallotti-Straße 14 | 86316 Friedberg

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