Pallottinerpater Richard Henkes

Ruppach-Goldhausen und Strahovice – Partnergemeinden

Die Konzentrationslager der Nationalsozialisten waren für viele Menschen die Hölle. Sie boten aufgeweckten Menschen aber auch die Möglichkeit, sich kennen und verstehen zu lernen und so die von der offiziellen Politik vorgegebenen Kategorien der Feindschaft und des gegenseitigen Hasses zu überwinden. Der Prager Regens Prof. Dr. Joseph Beran, Tscheche und der deutsche Priester Richard Henkes SAC, gehörten zu diesen Menschen, die im KZ Hass und Feindschaft überwanden. Deshalb gehört zu den langfristigen Zielen des Seligsprechungsprozesses von P. Henkes, die Feindschaft zwischen Tschechen und Deutschen zu überwinden und ein versöhntes Miteinander zu leben.

Eine Chance, dies auf lokaler Ebene auszuprobieren, ergab die Eröffnungsfeier des Bischöflichen Erhebungsverfahrens für die Seligsprechung von P. Richard Henkes am 25. Mai 2003 in Limburg, an der Bischof Frantisek Lobkowicz von Ostrava-Opava mit seinem Sekretär teilnahm sowie eine Gruppe von weiteren fünfzig Tschechen. In Ruppach-Goldhausen kam die Idee auf, diese Teilnehmer einzuladen und zu verköstigen.

Ein Jahr später folgte eine Gegeneinladung aus der Gemeinde in Tschechien und so wuchs eine Freundschaft in Erinnerung an P. Richard Henkes, die 2010 in Strahovice offiziell zwischen den Zivil- und den Kirchengemeinden aus der Taufe gehoben wurde.

Die Begegnungen zwischen Menschen aus Strahovice und Ruppach-Goldhausen haben zu einer ganzen Reihe von Freundschaften und zu einer offiziellen Partnerschaft zwischen den beiden Ortschaften geführt. Versöhnung auf lokaler Ebene ist geschehen. Könnte diese Partnerschaft nach einer Seligsprechung von Joseph Kardinal Beran und P. Richard Henkes SAC nicht zu einem Modell deutsch-tschechischer Freundschaft werden? Wir sollten Gott danken, dass er uns in den beiden Dienern Gottes im KZ Dachau ein so großartiges Beispiel gegeben hat.

Nachrichten

74. Todestag von P. Richard Henkes im Zeichen seiner Seligsprechung

Am 22. Februar 1945 starb der Westerwälder Pallottinerpater Richard Henkes im KZ Dachau. 74 Jahre nach seinem Tod soll der Westerwälder Priester noch in diesem Jahr selig gesprochen werden. Mit seinem freiwilligen Dienst als Pfleger typhuskranker Mithäftlinge riskierte er sein Leben. Die hochansteckende Infektionskrankheit übertrug sich auch auf ihn. Sein Tod trat nach nur wenigen Tagen ein.

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Keine Supermenschen, aber Vorbilder

Die im vergangenen Jahr erfolgte Heiligsprechung von Katharina Kasper, der Dernbacher Ordensgründerin, sowie die 2019 bevorstehende Seligsprechung des aus Ruppach-Goldhausen stammenden und im KZ Dachau umgekommenen Pallottiner-Paters Richard Henkes waren der Anlass, diese beiden Personen der Geschichte aus dem Bistum Limburg in den Blick zu nehmen. Provinzoberin der Dernbacher Schwestern, Sr. M. Theresia Winkelhöfer ADJC, stellte Katharina Kasper als eine entschiedene, willensstarke Frau aus armen Verhältnissen dar; deshalb schulisch nicht sehr gebildet, jedoch mit einer „bewundernswerten Gabe der Unterscheidung der Geister“, wie ihr der damalige Limburger Bischof Blum bescheinigte. Ganz bewusst wählte sie den Namen „Arme Dienstmägde Jesu Christi“ für ihre Schwestern, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, den Armen zu dienen und so das Evangelium zu verkündigen.

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Ruppach-Goldhausen bereitet sich auf Seligsprechung vor

Pater Richard liebte seine Heimat, den Westerwald. Briefe und Zeugenaussagen belegen, wie sehr er sich in manchen Lebensmomenten nach seiner Familie und seiner Heimatgemeinde Ruppach-Goldhausen sehnte. Der Ort und seine Menschen blieben immer in seinem Herzen verankert. Und auch er hat Spuren in den Herzen der Ruppach-Goldhausener hinterlassen.

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Die Würde des „Sich-Verschenkens“. Identität und Hingabe als Lebensgestalt bei P. Richard Henkes SAC

Referent: Prof. P. Dr. Edward Fröhling SAC

Donnerstag, 16.05.2019, 19.00 Uhr

PTHV, Pallottistr. 3, Vallendar

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ringvorlesung 2018/ 2019 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule, Pallottistraße 3 in Vallendar statt

Weitere Informationen unter www.pthv.de


Neuauflage von Henkes-Biografie – Neue wichtige Zeugenaussagen

Der Pallotti Verlag in Friedberg hat kürzlich mitgeteilt, dass die dritte Auflage der von P. Manfred Probst verfassten Biografie "Glaubenszeuge im KZ Dachau" erschienen ist. Die Erweiterungen kommen von zwei Zeuginnen aus dem Bereich des Hultschiner Ländchens. Die eine bezeugt das Bemühen Henkes' um Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen und dass P. Henkes ein eifriger Fahrradfahrer war. Die Zweite berichtet, dass P. Henkes bei ihrem Vater Unterricht in tschechischer Sprache genommen hat und er auch in eine Gruppe eingebunden war, die versucht hat, Nazi-Verfolgte zu unterstützen. Die Biografie ist in der Pallottiner Buchhandlung in Limburg oder im Pallotti Verlag Friedberg erhältlich.

Pallottiner Buchhandlung: Wiesbadener Straße 1 | 65549 Limburg

Pallotti Verlag Friedberg: Vinzent-Pallotti-Straße 14 | 86316 Friedberg

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